Zum Inhalt springen
DE
AboManagement.de
Abos tracken →
Widerruf

Was ist der Unterschied zwischen Widerruf und Kündigung?

Von Erstveröffentlicht: 19. August 2026Zuletzt fachlich geprüft: 19. August 2026Gültigkeit: DE

Kurz beantwortet

Der Widerruf beseitigt den Vertrag rückwirkend, als wäre er nie geschlossen worden — bereits gezahlte Beträge werden erstattet. Die Kündigung beendet ihn nur für die Zukunft. Bei Fernabsatzverträgen beträgt die Widerrufsfrist vierzehn Tage; danach bleibt nur die Kündigung.

Zwei verschiedene Rechte

Der Widerruf nach § 355 BGB löst den Vertrag von Anfang an auf. Beide Seiten geben zurück, was sie erhalten haben; gezahlte Beträge werden erstattet. Die Kündigung beendet ein Dauerschuldverhältnis für die Zukunft — was bis dahin geleistet und gezahlt wurde, bleibt bestehen. Bei einem drei Tage alten Abo ist der Unterschied die volle Rückerstattung.

Die Widerrufsfrist

Bei Fernabsatzverträgen — also Verträgen, die über Internet, Telefon oder E-Mail geschlossen wurden — beträgt die Frist vierzehn Tage. Sie beginnt bei Dienstleistungen mit dem Vertragsschluss. Wurde nicht ordnungsgemäss über das Widerrufsrecht belehrt, verlängert sich die Frist erheblich; sie endet dann spätestens zwölf Monate und vierzehn Tage nach dem regulären Fristbeginn.

Der häufigste Irrtum bei Testphasen

Die Frist beginnt mit dem Vertragsschluss, nicht mit dem Ende einer kostenlosen Testphase. Wer eine dreissigtägige Testphase nutzt und am zwanzigsten Tag widerrufen will, hat kein Widerrufsrecht mehr, sondern nur noch die reguläre Kündigung. Wer die Testphase prüfen will, sollte deshalb innerhalb der ersten vierzehn Tage entscheiden.

Wenn die Leistung schon genutzt wurde

Bei Dienstleistungen, mit deren Ausführung auf ausdrücklichen Wunsch vor Ablauf der Widerrufsfrist begonnen wurde, kann ein Wertersatz für die bereits erbrachte Leistung anfallen. Das Widerrufsrecht entfällt dadurch nicht automatisch, die Erstattung kann sich aber anteilig verringern. Für einige Vertragsarten bestehen zudem gesetzliche Ausnahmen vom Widerrufsrecht.

Die praktische Konsequenz

Nennen Sie die Erklärung beim richtigen Namen. Wer innerhalb von vierzehn Tagen "kündigt", verzichtet unter Umständen auf die volle Rückerstattung. Wer nach Monaten "widerruft", erhält eine Ablehnung und verliert Zeit. Im Zweifel formulieren Sie beides: Widerruf, hilfsweise Kündigung zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Diese Seite nennt Gesetzesstellen, damit Sie sie nachschlagen können. Sie ersetzt keine Rechtsberatung — die Beurteilung eines Einzelfalls hängt vom konkreten Vertrag ab. Für eine verbindliche Einschätzung sind die Verbraucherzentralen oder eine Rechtsanwältin zuständig.

🇩🇪

Alle Abos automatisch im Blick

Deutsche Haushalte zahlen im Schnitt 70+ € monatlich für Abonnements — viele davon vergessen. AboTracker.ch erinnert dich rechtzeitig an alle Fristen — DSGVO-konform.

Kostenlos starten auf AboTracker.ch →

Häufig gestellte Fragen

Ab wann läuft die Widerrufsfrist bei einem Abo?
Bei Dienstleistungen ab dem Vertragsschluss. Eine kostenlose Testphase verschiebt den Fristbeginn nicht — der Vertrag ist mit der Anmeldung geschlossen, auch wenn die Zahlung später beginnt.
Was passiert, wenn nicht über das Widerrufsrecht belehrt wurde?
Dann verlängert sich die Frist erheblich. Sie endet spätestens zwölf Monate und vierzehn Tage nach dem regulären Fristbeginn. Ob die Belehrung ordnungsgemäss war, hängt vom Einzelfall ab.
Muss ich den Widerruf begründen?
Nein. Das Widerrufsrecht besteht ohne Angabe von Gründen. Erforderlich ist eine eindeutige Erklärung, dass Sie den Vertrag widerrufen.

Verwandte Fragen