Was tun, wenn der Anbieter auf meine Kündigung nicht reagiert?
Kurz beantwortet
Die Kündigung ist wirksam, sobald sie zugegangen ist — eine Bestätigung ist keine Voraussetzung. Setzen Sie schriftlich eine Frist von zwei Wochen zur Bestätigung des Vertragsendes. Bei weiteren Abbuchungen widersprechen Sie der Lastschrift und verweisen auf die Kündigung mit Datum und Zustellnachweis.
Zugang genügt, Bestätigung nicht erforderlich
Eine Kündigung wird mit Zugang beim Vertragspartner wirksam. Ob der Anbieter reagiert, sie bearbeitet oder bestätigt, ändert daran nichts. Deshalb ist der Zustellnachweis das entscheidende Dokument, nicht die Antwort. Bei einer Kündigung über die Schaltfläche nach § 312k BGB besteht allerdings eine ausdrückliche Pflicht zur elektronischen Bestätigung — bleibt sie aus, ist das ein eigenständiger Verstoss.
Der nächste Schritt: Fristsetzung
Senden Sie nach etwa zwei Wochen ein kurzes Schreiben, das auf die erfolgte Kündigung mit Datum und Versandart verweist und eine Frist von zwei Wochen zur schriftlichen Bestätigung des Vertragsendes setzt. Sachlich, ohne Drohung. Der Zweck ist nicht Druck, sondern eine lückenlose Dokumentation für den Fall, dass die Sache später wieder auftaucht.
Wenn weiter abgebucht wird
Bei einer autorisierten SEPA-Lastschrift besteht ein Erstattungsanspruch von acht Wochen ab Belastung, ohne Angabe von Gründen. Nutzen Sie ihn, aber nicht isoliert: Der Rückbuchung sollte ein Schreiben beigehen, das die Kündigung mit Datum nennt und den Nachweis beilegt. Sonst entsteht aus Sicht des Anbieters ein unbegründeter Zahlungsrückstand.
Mahnung oder Inkasso
Folgt eine Mahnung, reagieren Sie schriftlich mit Verweis auf die Kündigung. Nicht zu reagieren ist die schlechtere Option, weil es später so aussieht, als sei die Forderung unbestritten geblieben. Ein Inkassounternehmen hat keine über den Gläubiger hinausgehenden Rechte — es kann fordern, nicht vollstrecken. Kommt dagegen ein gerichtlicher Mahnbescheid, ist die Widerspruchsfrist kurz und das Formular liegt bei; ab diesem Punkt ist rechtliche Beratung angebracht.
Wo es Unterstützung gibt
Die Verbraucherzentralen der Bundesländer beraten zu genau diesen Fällen und haben Musterschreiben. Bei einem Anbieter, der systematisch nicht reagiert, ist eine Meldung dorthin zusätzlich sinnvoll — sie hilft nicht Ihrem Einzelfall, aber der Durchsetzung insgesamt.
Diese Seite nennt Gesetzesstellen, damit Sie sie nachschlagen können. Sie ersetzt keine Rechtsberatung — die Beurteilung eines Einzelfalls hängt vom konkreten Vertrag ab. Für eine verbindliche Einschätzung sind die Verbraucherzentralen oder eine Rechtsanwältin zuständig.
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