Was passiert mit Abos im Todesfall?
Kurz beantwortet
Die Verträge gehen nach § 1922 BGB auf die Erben über; sie werden Vertragspartner und können kündigen. Anbieter verlangen üblicherweise eine Kopie der Sterbeurkunde und einen Nachweis der Erbenstellung. Viele beenden Verträge in diesen Fällen kulanterweise sofort statt zum regulären Termin.
Gesamtrechtsnachfolge
Mit dem Erbfall geht das Vermögen des Erblassers als Ganzes auf die Erben über, § 1922 BGB. Das umfasst auch laufende Verträge. Die Erben werden Vertragspartner und können mit den vertraglich vereinbarten Fristen kündigen. Ausnahmen bestehen bei Verträgen, die auf die Person zugeschnitten sind und deren Erfüllung dadurch sinnlos wird; die Beurteilung hängt vom Einzelfall ab.
Welche Nachweise verlangt werden
Üblich sind eine Kopie der Sterbeurkunde und ein Nachweis der Erbenstellung — Erbschein oder Testamentseröffnungsprotokoll. Eine Kopie genügt in aller Regel; ein beglaubigtes Original ist meist nicht erforderlich. Verlangt ein Anbieter mehr, lohnt die Rückfrage, denn ein Erbschein kostet Gebühren und wird nicht für jeden Kleinvertrag benötigt.
Kulanz ist verbreitet
Viele Anbieter beenden Verträge im Todesfall zum nächstmöglichen Zeitpunkt statt zum regulären Vertragsende und erstatten bereits gezahlte Beträge anteilig. Ein durchgehender Anspruch darauf besteht nicht, die Bitte lohnt sich aber. Formulieren Sie sie ausdrücklich: Beendigung zum Todestag und anteilige Erstattung.
Die eigentliche Arbeit: die Abos finden
Sie ist meist grösser als die Kündigung selbst. Zwölf Monate Kontoauszüge, nicht drei — sonst fehlen die Jahresabos. Dazu das E-Mail-Postfach, soweit zugänglich, die Abo-Listen der Plattformkonten und die Übersicht automatischer Zahlungen bei Zahlungsdiensten. Der Zugang zu digitalen Konten ist häufig das eigentliche Hindernis; die Plattformen haben dafür eigene Verfahren für Hinterbliebene.
Reihenfolge
Zuerst die teuren und langlaufenden Verträge, dann die Zahlungswege — aber erst, nachdem die Kündigungen versandt sind, sonst entstehen offene Forderungen. Zuletzt die kleinen digitalen Abos. Es besteht kein Zeitdruck, der eine überstürzte Bearbeitung rechtfertigen würde: Verträge, die einige Wochen weiterlaufen, verursachen überschaubare Kosten, Fehler bei der Erbenstellung mehr Aufwand.
Diese Seite nennt Gesetzesstellen, damit Sie sie nachschlagen können. Sie ersetzt keine Rechtsberatung — die Beurteilung eines Einzelfalls hängt vom konkreten Vertrag ab. Für eine verbindliche Einschätzung sind die Verbraucherzentralen oder eine Rechtsanwältin zuständig.
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